Grönland - Einführung
Willkommen in Kalaallit Nunaat (Grönland) - dem Land der Menschen
Erik der Rote, der Entdecker von Grönland musste einst die Menschen mit dem Namen Grönland (Grünland) auf die grösste Insel der Welt locken. Heute weiss man, dass es damals (ca. ums Jahr 1000) zwar rund 1 Grad wärmer war als jetzt, dass es jedoch nie ein Land der saftigen Wiesen und Wälder war. Grönland hat andere Reize!
Die Wärme strahlt aus den Menschen. In der Gastfreundlichkeit der Bevölkerung zeigt sich die Offenheit und Warmherzigkeit des ganzen Landes (Grönland hat noch nie gegen ein anderes Land Krieg geführt). Für die Grönländer ist ein Fremder einfach nur ein Freund, den sie bis dann noch nicht getroffen haben. So wird man zum Beispiel auch als Tourist oft zu einem Kaffeemik eingeladen. Man könnte dies eine grönländische Tea-Time nennen, also ein traditionelles Kaffeekränzchen. Dabei spricht man über vergangene Zeiten, jüngste Ereignisse oder man schweigt und geniesst das stille Beisammensein. Danach sollte man sich unbedingt mit qujanaq (Danke) für die Einladung bedanken.
Trotzdem: Das Klima in Grönland ist polar und subpolar. An der Westküste wird es durch den Grönlandstrom, welcher durch den Nordatlantischen- und den Golfstrom relativ warmes Wasser bringt, gemildert. Die Temperatur auf dem Inlandeis kommt bis auf ein absolutes Minimum von -70°C und im Sommer auf 0°C. Entlang der Küste (z.B in Kangerlussuaq) ist das Klima deutlich kontinental geprägt. Im Sommer (Juni - August) kann das Wetter im Süden oder in den langen Fjorden jedoch auch bis zu 20°C warm werden. Die niedrige Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass man die Kälte allgemein nicht als so kalt empfindet.
Oder wie es die finnlandschwedische Schriftstellerin und Philosophie Lehrerin Märta Tikkanen ausdrückte: Hier ist die Luft so klar und trocken, so rein, dass man es im Gesicht spürt, so leicht, dass man ein paar Zentimeter über dem Boden schwebt.
Ein ganz spezielles Erlebnis auf Grönland ist die Aurora Borealis (Nordlichter, grönländisch: arsarnerit). Besonders gut sichtbar sind diese mysteriösen Lichter am Himmel in den Monaten November - Februar. Vorhanden sind sie das ganze Jahr, aber zu sehen sind sie nur bei dunklem, klarem Nachthimmel. Es gibt wissenschaftliche Erklärungen für diese Erscheinung. Aber mindestens so interessant sind die Geschichten der Inuits darüber. Diese glaubten nämlich, dass die Nordlichter verstorbene Seelen sind, die mit Walross-Schädeln Ball spielen. Oder, dass die Seelen tot geborener Kinder mit ihren Nabelschnüren tanzen und Fussball spielen. Pfiff man es an, so kam es näher, und nahm den Pfeiffer mit sich, bellte man wie ein Hund, so konnte man es wieder zurückdrängen.
Überhaupt gehören die Inuit-Sagen in Grönland wie auch die traditionelle Sprache zur gegenwärtigen Kultur, da ein grosser Teil der Einwohner sie noch kennt, weitererzählt und ein Stück weit danach lebt.
So sind zum Beispiel die Hunde laut den Inuit Erzählungen die einzigen Verbündeten des Menschen aus der Tierwelt. Dennoch haben die Grönländer ein für uns wie es scheint nüchternes Verhältnis zu ihren Hunden. Die Leistungsfähigkeit der Grönlandhunde (es sind keine Huskies) zählt. Man merkt jedoch an der Reaktion der Tiere schnell, dass diese grosse Freude an ihrer Arbeit haben. Wird die Hierarchie des Rudels eingehalten, sind die Hunde gerne zu grossen Leistungen bereit. So zieht ein Gespann von 8 - 12 Hunden ohne Problem eine bis zu 400kg schwere Last. Nicht umsonst sind diese Hundeschlitten seit tausenden von Jahren eines der wichtigsten Transportmittel innerhalb Grönlands.
In einer Stadt wie Ilulissat (4'000 Einwohner, mind. 5'000 Schlittenhunde) kann es in den Wintermonaten durchaus passieren, dass man auf der Hauptstrasse einem Hundeschlitten ganz selbstverständlich die Vorfahrt gewähren muss.
Der natürliche Gegensatz zu den Nordlichtern ist die Mitternachtssonne. Sie geht nördlich des Polarkreises von Mitte April bis Mitte August nicht unter. Das weiche, warme Licht schafft in der Nacht faszinierende Schattenspiele.
Im Zentrum Grönlands liegt ganzjährlich das Inlandeis. Es ist 3km dick und hat die Insel in der Mitte bis 800m in die Tiefe gedrückt. Diese Eismassen Grönlands machen ungefähr 10% des gesamten Süsswasserreservoirs der Welt aus. Das Inlandeis ist der Produzent der faszinierenden Eisberge, die im Winter wie schlafende Riesen daliegen, und im Sommer turmhoch umherschwimmen. Einige Eisberge treiben mehr als 4'000 km bevor sie schmelzen. So sind manche schon bei den Bermudas oder Irland gesehen worden.
Deshalb liegen die Städte und Siedlungen Grönlands alle im eisfreien Küstenstreifen, auf Grund des Klimas vorwiegend an der Westküste.
Grönland hat entgegen vielen Vorurteilen eine sehr reiche Fauna und Flora. Die eisfreie Küstengegend ist grün bewachsen, wenn auch kaum hohe Bäume zu finden sind (ausser in den geschützt gelegenen Fjorden einige Birken und Weiden). Die niedrigwachsenden Pflanzen nehmen von Süden nach Norden immer mehr ab. Es gibt eine Vielzahl an Büschen, Farnen und Gräsern. Folgende Tiere können ausserdem in Grönland angetroffen werden: Eisbären, Moschusochsen, Rentiere, Polarhasen, Polarfüchse, Hermeline, Lemminge und eine reichhaltige Vogelwelt (über 200 Arten).
Die Gewässer um Grönland sind bevölkert von diversen Walarten, Robben und zahlreichen Fischarten. Die Robben waren und sind übrigens einer der wichtigsten Rohstofflieferanten für die Inuits: sie liefern Nahrung, Kleidung, Wärme und Unterkunft. Ausserdem zählt man in Grönland über 700 Insektenarten (Mücken, Hummeln, Schmetterlinge und Spinnen)
Eine Reise durch Grönland ist ein Abenteuer! Die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Osten (die ersten Europäer erreichten diese Region vor gerade mal 100 Jahren), dem fortschrittlichen Westen, dem mächtigen Inlandeis und den riesigen Gletschern und Fjorden im Norden hinterlassen im Besucher einen bleibenden Eindruck. Oder mit den Worten von Knud Rasmussen (Polarforscher, ca. 1920):
Gebt mir Winter, gebt mir Hunde, alles andere könnt ihr behalten!
Offizielle Webseiten der Region
Tourismus Grönland -
www.visitgreenland.de